Jeder Musikstil hat sein Münchner Aushängeschild, auch wenn sich kaum eine Band nur in eine Schublade stecken lassen will ein bisserl Stilmix geht immer. Und doch sie alle sind weit, manchmal sehr weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt: Blumentopf etwa für Hip-Hop, Michael Reinboth mit seinem Compost-Label für gepflegten elektronischen Jazz, die Sportfreunde Stiller für Alternativ-Pop in München selbst wird ihnen seit letztem Jahr eine Ehre zuteil, die nur sehr wenige Bands bisher erhielten: Ihr Song Ich rocke! wurde Wiesnhit im Hackerzelt.
Zu einem Wiesnhit haben es die Emil Bulls zwar nicht gebracht, doch sind auch sie weltweit geachtet mit einem Musikstil, den man früher noch Nu Metal nennen durfte. Heute würde man für die Verwendung eines solchen Begriffs geschlagen. Die Bulls selbst nennen ihre Musik Schweinerock. Zu Recht, im positiven Sinne.
Was das ist, das beschreiben sie selber so: Rohe Gitarrenwände, tiefe Bässe, Turntables, Elektro-Samples, Metal-Geschrei, Pop-Hooks und groovige Beats mit eigener Handschrift zusammen geführt, professionell und eingängig ausgeführt und in einer ohrenbetäubenden Live-Show präsentiert.
1995 gründen die Klosterschüler Christoph von Freydorf (Gesang) und Stefan Grinauer (Drums) die Band in Hohenschäftlarn. Kirchenchorknabe Jamie Richardson greift jetzt lieber in die Bass-Saiten, die beiden Gitarristen Stephan Karl und Franz Wickenhäuser (mittlerweile ersetzt durch Christian Schneider) kommen dazu. Schon einige Monate später hat sich die Band im Umkreis eine Anhängerschaft erspielt, 1996 erscheint ihre erste Platte. Beim geachteten Nachwuchswettbewerb Emergenza erringen sie 1997 in London den dritten Platz. Der Weg zum Erfolg hat begonnen, die Bulls spielen unzählige Live-Shows, und es dauert nicht lange, bis auch große Plattenfirmen anklopfen.
2000 dann erscheint auf Mercury, einem Unterlabel von Universal, ihr Album Monogamy. Nach Porcelain im Jahr 2003 aber verabschieden sich die Bulls von der großen Firma: Im Frühjahr 2005 erscheint ihr viertes Album The Southern Comfort auf einem kleinen Münchner Label. Doch weiter gilt: Brachial, noch einen Tick rauer als zuvor, aber nichtsdestotrotz voller poppiger Hymnenhaftigkeit beweisen Emil Bulls Mut zur Veränderung. Sie sind und bleiben ein Fixpunkt in der deutschen Gitarrenmusiklandschaft so jubelt die Fachpresse.
Dass die Emil Bulls in all den Jahren nichts eingebüßt haben an Energie und Drive, davon kann man sich am heutigen Samstag im Backstage überzeugen bei freiem Eintritt! Beginn des Konzertes ist um 23 Uhr.