Kriminalfälle bearbeitet die Münchner Polizei in Masse. 127.447 Straftaten wurden 2003 im Raum München polizeilich registriert. Aufgeklärt wurden nur knapp zwei Drittel der Verbrechen. Und in den kommenden Aprilwochen kommen noch mal knifflige Fälle dazu, aber immerhin können die Münchner Bürger selbst ihren Beitrag leisten in Sachen Kriminalitätsbekämpfung.
Bis zum 23. April lesen Autoren wie Stefan Wolf, Ralf Kramp, Jochen Till oder Anne Chaplet bei über drei Dutzend Veranstaltungen aus ihren Krimis. Und die Münchner sollen bei den literarischen Krimiwochen mitraten, mitfiebern und mitleiden, die teils an Originalschauplätzen spielen, das Kommissariat 311 etwa hat zu Beginn der Lesungen im Präsidium einen Tatort nachgestellt.
Und auch sonst sind Originalschauplätze eher sprichwörtlich zu verstehen, etwa wenn es am 15. April Waschen, schneiden, umlegen heißt. Der Berliner Autor Christian Schünemann liest dazu aus seinem preisgekrönten Debüt-Roman Der Frisör in Ulrich Grafs Frisörsalon (Hans-Sachs-Straße 10, ab 10 Uhr).
Am gleichen Tag liest der amerikanische Krimiautor John Weisman aus seinem CIA-Thriller Jack in the Box, erzählt Spion-Anekdoten und packt aus über amerikanische Geheimdienste. (19.30 Uhr, Amerika Haus, Karolinenplatz 3).
Am 20. April geht es dann im Justizpalast kriminell zu. Auf der Anklagebank sind die Autoren Christine Grän, Thomas Kastura und Harry Luck. Unter Regie von Beate Ehrt, der Pressesprecherin des Bayerischen Justizministeriums wird der Mörder im Justizpalast gesucht. (16 Uhr, Sitzungssaal 253, Thierschsaal, 2. Stock, Prielmayerstraße 7).
Das ganze Krimi-Programm findet sich im Internet unter www.krimifestival-muenchen.de .
Von Max Hägler