Seit zwei Jahren gibt es im Freistaat eine ganz besondere Städtepartnerschaft: Unter dem Kürzel MAN treffen sich regelmäßig die Oberbürgermeister von München, Augsburg und Nürnberg. Diese Partnerschaft entstand nicht zufällig im Jahr 2002, sondern war Folge der damaligen sozialdemokratischen Wahlsiege.
Bei den Kommunalwahlen vor zwei Jahren wählten sich die Bürger in den drei größten bayerischen Kommunen jeweils einen Sozi als Stadtoberhaupt.
Die Drei taten sich sodann in der MAN zusammen, um Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam großstädtische und vielleicht auch sozialdemokratische Interessen gegenüber der Staatsregierung zu vertreten.
Am Dienstag stand wieder ein Zusammenkommen der Riege der Oberbürgermeister an. Diesmal trafen sich Christian Ude (München), Ulrich Maly (Nürnberg) und Paul Wengert (Augsburg) in der Landeshauptstadt. Hinterher konnte Ude einen Münchner Erfolg verkünden. Den Oberbayern war es gelungen, mit dem Wassertag einen Exportschlager zu schaffen. Dieses Ereignis fand bisher auf dem Münchner Marienplatz statt und soll zukünftig auch in Schwaben und Franken für die Vorzüge des vielfach nutzbaren Nass werben.
Darüber hinaus werde es einen intensiven Erfahrungsaustausch über die Umstellung des städtischen Computersystems von Microsoft Windows auf das Open-Source-Produkt Linux geben, berichtete Ude. Nürnberg sei an den Münchner Erfahrungen sehr interessiert und wolle unter Umständen den Oberbayern folgen.
Auch harte kommunale Themen standen auf der Agenda, wie Arbeitsmarktreform, Gewerbesteuer, Finanznot und Stellplatzablöse. Da es in der sommerlichen Zeit hier kaum neue Erkenntnisse gab, kam der Nürnberger OB Maly aber gerne auf den Fußball zu sprechen: In einer Kuschelrunde würden sich Vertreter aller Austragungsorte der WM 2006 regelmäßig zusammensetzen. Insbesondere München und Nürnberg kämpften gemeinsam gegen die Übermacht der FIFA und des deutschen Organisationskomitees. Denn, so Maly: Das Ding wird erst ein Erfolg, wenn es vor Ort gut gemacht wird.
Dass es kein bayerisches Bier auf WM-Veranstaltungen geben wird, konnte aber auch die MAN-Kuschelrunde nicht verhindern.