RocknRoll ist meine wahre Leidenschaft. Und wenn ich mal mies drauf bin, denke ich wirklich, dass es das Einzige wäre, wofür zu sterben sich lohnt. Für Cristina Llanos ist klar, worum sich ihr Leben drehen soll. Zusammen mit ihrer songschreibenden Schwester Amparo Llanos folgte sie schon mit 16 Jahren ihrer Leidenschaft, dem RocknRoll: 1993 gründeten die beiden Schwestern gemeinsam mit Alvaro Díez und Jesús Antúnez die Band Dover.
Mittlerweile zählt die Gruppe europaweit zu den besten Bands aus Spanien. Besonders in Live-Auftritten, dabei spielten sie noch vor fünf Jahren in kleinen Underground-Clubs in und rund um Madrid.
Ohne besonderen Medienauftrieb oder riesigem Promotionsaufwand wuchs ihre Fangemeinde über die Jahre so beständig an, dass sie nun ganze Hallen problemlos mit einer rockwilligen Menschenmenge füllen können. Diesen Andrang haben sie unter anderem dem Überraschungserfolg ihres zweiten (Low-Budget-)Albums Devil Came to Me zu verdanken. Die spanische Rockszene feierte sie als erfolgreichste Independent-Platte.
Schließlich verkaufte sich die Scheibe über fünfhundertausend Mal. Es folgte der Soundtrack zum mexikanischen Kultfilm Amores Perros und zwei weitere Alben Late at Night und I Was Dead For 7 Weeks In The City Of Los Angeles, die sogar in den USA aufgenommen wurden. Die letzte Platte war auch ihr bisher erfolgreichstes Werk in Deutschland und brachte ihnen den MTV Europe Award ein. Wieder einmal eine furiose Mischung aus europäischer Pop-Explosion im Stile der Sixties und amerikanischer Punkmusik der Eighties: Gitarren, Rock, Spaß.
Im Optimum erlebt man das live. Deshalb kommen die beiden spanischen Schwestern zusammen mit den beiden männlichen langmähnigen Draufgängern am Bass und am Schlagzeug nach München, um zu zeigen, wo die Gitarre hängt. Im Gepäck haben sie natürlich ihr langersehntes neues Album The Flame, das zusammen mit dem amerikanischen Produzenten Rick Will entstanden ist.
Diesmal haben Dover das Album wieder in den Sommermonaten in ihrer Heimat nahe Madrid produziert und behaupten, sich dabei musikalisch zu sich selbst gefunden zu haben. Das wollen wir ja mal sehen...
Dover, The Flame, Georg-Elser-Halle, Samstag 27.03.04, 20.30 . Von Stephanie Muth