Verkehrstechnische Schmerzpunkte anpacken

Pilotprojekt »Smart Mobility« in der Gemeinde Kirchheim

Staus auf dem Weg zur Arbeit kennen viele Pendler. In Kirchheim will man jetzt entgegensteuern.	Foto: CC0

Staus auf dem Weg zur Arbeit kennen viele Pendler. In Kirchheim will man jetzt entgegensteuern. Foto: CC0

Kirchheim · Ist Ihre Gemeinde besonders von Verkehrsstaus geplagt? Ist es in Ihrer Kommune für Pendler schwierig, den Arbeitsplatz zu erreichen?

Eine, aber sicher nicht die einzige Gemeinde im Landkreis München, die diese Fragen sofort mit »Ja« beantworten kann, ist die Gemeinde Kirchheim. Die Kommune hat sich deshalb sofort bereit erklärt, an einem Pilotprojekt mitzuwirken, um auf möglichst »smarte« Art und Weise dem drohenden Verkehrskollaps entgegenzuwirken und ohne Scheuklappen innovative Lösungen für die Zukunft zu entwickeln.

Von der Suche nach einem »echten verkehrstechnischen Schmerzpunkt« sprach der stellvertretende Vorsitzende des Regionalausschusses und Leiter der Arbeitsgruppe Smart Mobility, René Fassbender, ein promovierter Astrophysiker und Start-Up-Unternehmer im gate Garching. Die Arbeitsgruppe, bestehend aus ehrenamtlich arbeitenden Mitgliedern des IHK-Regionalausschusses (Unternehmer und Selbständige), Mitarbeitern des Landratsamts München sowie der IHK, hat es sich zum Ziel gesetzt, ein möglichst niederschwelliges Projekt im Bereich »Smart Mobility« zu initiieren. Damit wollen die Experten aber nicht nur einen Beitrag zur Lösung eines einzelnen Verkehrsproblems zu leisten, sondern die gewonnenen Erkenntnisse auch für andere Gemeinden nutzbar machen.

Nach intensiver Prüfung mehrerer Optionen fiel die Wahl für das Pilotprojekt auf die Gemeinde Kirchheim. Dort hat die Arbeitsgruppe gleich mehrere »Schmerzpunkte« ausgemacht – zum Beispiel zähe Staus auf den Hauptverkehrsachsen und eine schlechte Erreichbarkeit der insgesamt drei Gewerbegebiete.

Bürger und Wirtschaft sollen profitieren

Sowohl für die Bürger als auch für die lokale Wirtschaft brächte eine Verbesserung der Verkehrssituation mit Hilfe von »Big Data« und »Smart Mobility« – also der intelligenten Vernetzung von Verkehrssystemen – große Vorteile. Energieeffizient und kostengünstig sind zwei Schlagworte, die mit Smart Mobility in Verbindung gebracht werden. »Das Projekt passt hervorragend zur 29++ Energie. Klima. Initiative. des Landkreises München«, bemerkte Landrat Christoph Göbel (CSU).

Keine Erkennung von Nummernschildern

Allen, bei denen bei einem Schlagwort wie »Big Data« die Alarmglocken klingeln, will René Fassbender sogleich die Angst nehmen. »Wir arbeiten datenschutzkonform«, betont der Fachmann. »Keiner muss befürchten, dass wir uns einer Gesichts- oder Nummernschilderkennung bedienen werden.«

Das Projekt, das der Landkreis in gleicher Höhe wie die Gemeinde Kirchheim, aber mit maximal 10.000 Euro unterstützen will, gliedert sich in vier Teile – darunter ein neues Mobilitätsangebots für Pendler in Form eines optimierten Pendlerbusses oder ein Sensor, der Staus vorhersagen soll. Lehrstühle der TU München wollen das Projekt inhaltlich unterstützen.

Artikel vom 02.05.2018
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