Wieder ein Leben gerettet

1000. Einsatz für den Helfer vor Ort des BRK Ismaning

Die beiden Chefs des Helfer vor Ort in Ismaning: Andreas Szarzynski, der Fachgruppenleiter, und Fried Saacke, der Leiter der BRK Bereitschaft Ismaning (rechts).	Foto: BRK

Die beiden Chefs des Helfer vor Ort in Ismaning: Andreas Szarzynski, der Fachgruppenleiter, und Fried Saacke, der Leiter der BRK Bereitschaft Ismaning (rechts). Foto: BRK

Ismaning · Der Helfer vor Ort der BRK (Bayerisches Rotes Kreuz) Bereitschaft Ismaning hat kürzlich bereits seinen 1000. Einsatz geleistet. Seit dem 21. Dezember 2013 ist er in Betrieb.

Ein 86-Jähriger Ismaninger bekam in der Nacht plötzlich einen starken, stechenden Schmerz im Brustkorb. Seine Ehefrau rief daraufhin den Notruf 112. Da der nächste freie Rettungswagen aus München-Freimann kam und der Notarzt vom Krankenhaus Bogenhausen, alarmierte die Leitstelle zusätzlich die Sanitäter des Helfer vor Ort.

Bereits vier Minuten nach deren Alarmierung waren die Sanitäter der BRK Bereitschaft Ismaning vor Ort und begannen mit der Erstversorgung des Patienten. Knapp zehn Minuten später trafen Rettungswagen und Notarzt beim Patienten ein. Nach einem kurzen Übergabebericht übernahm der Notarzt die weitere Versorgung. Anschließend wurde der Patient ins Herzzentrum transportiert, wo er unmittelbar einer lebensrettenden Herzkatheder-Untersuchung zugeführt wurde.

Seit Ende 2013 in Ismaning installiert

Fried Saacke, Leiter der BRK Bereitschaft Ismaning und selbst Notfallsanitäter, schildert die Aufgabe des Helfer vor Ort – einem System der organisierten ersten Hilfe, welches auf seine Initiative und mit großer Unterstützung der Gemeinde Ende 2013 auch in Ismaning installiert werden konnte: Notarzt und Rettungsdienst benötigen durchschnittlich genau 10,6 Minuten bis zum Eintreffen beim Patienten.

Wird beispielsweise bei einem akuten Schlaganfall, einem epileptischen Anfall oder nach einem Herzinfarkt das Gehirn nicht mehr oder nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt, kommt es aber bereits nach drei bis vier Minuten zu massiven Zelluntergängen, die zu schweren Hirnstörungen bis zum Hirntod führen können. Beim plötzlichen Herztod beziehungsweise Herzkreiskaufstillstand sinkt die Chance für eine erfolgreiche Wiederbelebung sogar mit jeder Minute um zehn Prozent.

»Als Helfer vor Ort übernehmen wir ehrenamtlich die Aufgabe, die Zeit zwischen Eintreten eines Notfalls und der ersten medizinischen Versorgung, das sogenannte therapiefreie Intervall, zu verkürzen«, erläutert Fried Saacke. »Denn je schneller qualifizierte Maßnahmen durchgeführt werden, desto günstiger ist der Heilungsablauf und umso kürzer ist im Durchschnitt die nachfolgend notwendige Behandlungszeit.«

Im Dienst auch bei Blutspenden

Die Bereitschaft Ismaning ist für den Sanitäts- und Betreuungsdienst in Ismaning und den Nachbargemeinden zuständig. Seit der Übernahme des Städtischen Blutspendedienstes durch den Blutspendedienst des BRK unterstützt die Bereitschaft Ismaning auch bei den Blutspendetermine vor Ort.

Zusätzlich betreibt das Bayerische Rotes Kreuz Ismaning einen Helfer vor Ort, auch First Responder genannt, der die Zeit zwischen Eintreten eines Notfalls und der ersten medizinischen Versorgung das sogenannte »therapiefreie Intervall« verkürzen soll, bis Notarzt und Rettungsdienst eintreffen. Der Helfer vor Ort wird bei Bedarf durch die Integrierte Leitstelle (Notruf 112) alarmiert.

Artikel vom 16.04.2018
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