Rauf auf’s Rad

Vom 25. Juni bis 15. Juli findet wieder die Aktion »Stadtradeln« statt

Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle hofft auch in diesem Jahr auf viele Mitradler bei der Aktion »Stadtradeln«, im Jahr 2016 wurden hier 26.389 km erradelt. 	Foto: hw

Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle hofft auch in diesem Jahr auf viele Mitradler bei der Aktion »Stadtradeln«, im Jahr 2016 wurden hier 26.389 km erradelt. Foto: hw

Hachinger Tal · 2008 ging die Aktion »Stadtradeln«, initiiert vom Klima-Bündnis zur Förderung des Radverkehrs, erstmalig an den Start. »Damals waren es gerade einmal 23 Kommunen, die deutschlandweit mitgemacht haben«, erinnert sich Projektleiter André Muno schmunzelnd.

Seit dem ist die Tendenz stetig steigend, allein im Jahr 2016 haben stolze 496 Gemeinden und Kommunen an dem Projekt teilgenommen. Dieses Jahr haben sich bereits 570 Kommunen angemeldet, das Stadtradel-Team hofft, die 600 voll zu machen. »Wir haben einen echten Schneeball-Effekt ausgelöst. Die Kommunen, die teilnehmen, spornen alleine durch ihr Vorbild an, auch die ins Boot zu holen, die noch nicht mit von der Partie sind«, freut sich André Muno. Weil man die Begeisterung für den Radverkehr nicht mit dem erhobenen Zeigefinger predigen will, habe man den Wettbewerb ins Lebens gerufen. So kann man online unter www.stadtradeln.de nicht nur die eigenen Ergebnisse eintragen, sondern auch die Leistungen der anderen Gruppen mitverfolgen. »Das spornt an, denn schließlich gibt es am Ende Preise im Wert von rund 40.000 Euro zu gewinnen«, so André Muno. Damit jede Gruppe eine faire Chance bekommt zu gewinnen, wurden die Kategorien so gewählt, dass man zumindest in einer Kategorie die Möglichkeit auf einen Siegerplatz hat.

Drei Gewinnerkategorien werden dabei final bewertet: Das fahrradaktivste Kommunalparlament, die fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern und die fahrradaktivste Kommune mit den meisten Radkilometern pro Einwohner. Am Ende der drei Wochen stellt man hoffentlich fest, dass man häufig schneller war als mit dem Auto, dass man Geld gespart hat und das man sich fitter fühlt«, so André Muno. Nicht zu vergessen der Vorteil der dabei für die Umwelt entsteht, allein 2016 wurden bei der Aktion 4.648.928 Kilogramm CO2 eingespart. Nicht überall in Deutschland findet die Aktion Stadtradeln wie in München und dem Münchner Landkreis vom 25. Juni bis 15. Juli statt. Insgesamt besteht die Möglichkeit vom 1. Mai bis zum 30. September mitzumachen. Mitmachen können allerdings nur die Personen, die in einer Kommune, die teilnimmt, wohnen, arbeiten, Mitglied in einem Verein sind oder dort eine Schule besuchen. Die Anmeldung verläuft ganz einfach online unter www.stadtradeln.de

Sind die Kommunen gelistet, können sich die jeweiligen Gruppen dort eintragen. Personen, die keiner Gruppe angehören, aber trotzdem mitradeln wollen, können sich in einer »Offenen Gruppe« eintragen. Drei Wochen lang wird jeder Kilometer der einzelnen Mitstreiter gezählt, bevor am Ende der Sieger gekürt werden kann. Anmelden dürfen sich bei den jeweiligen Gemeinden die direkten Bewohner und alle die, die in der Kommune arbeiten, allerdings darf jeder Teilnehmer nur in einer Gruppe gelistet sein. Auch die Gemeinde Oberhaching zählt hier zu den »Wiederholungstätern« im Landkreis München. Im vergangenen Jahr hatten dort 187 Personen teilgenommen und die stolze Summe von 26.389 Kilometern erradelt. Mit von der Partie waren auch zwei Mitglieder des Gemeinderates. Auf diesem Wege hat die Gemeinde Oberhaching 3.747 Kg CO2 eingespart, lautet das hervorragende Ergebnis. »Wir hoffen natürlich, dass in diesem Jahr noch mehr Oberhachinger mitmachen und wir ein noch besseres Ergebnis als letztes Jahr einfahren können. Letztendlich geht es aber nicht ums gewinnen, sondern vielmehr darum, sich aufzuraffen und statt des Autos das Rad zu nehmen. Wer das öfter tut wird sicherlich feststellen, dass er oftmals schneller und stressfreier ans Ziel kommt, als mit dem Auto«, betont Oberhachings Bürgermeister Stefan Schelle.

Die Nachbargemeinde Taufkirchen war im vergangenen Jahr mit 99 Radlern am Start, davon waren neun Mitglieder des Gemeinderates mit von der Partie. 21.834 Kilometer wurde von den fleißigen Radfahrern erstrampelt und damit 3.100 Kg CO2 gespart. Auch in Taufkirchen hofft man natürlich darauf, sein Ergebnis vom Vorjahr zu toppen. Auch Sauerlach, als flächengrößte Gemeinde des Landkreises hat 2016 am Wettbewerb mitgemacht. Von 2015 auf 2016 konnte Sauerlach die Zahl der Mitradler von 31 auf 55 erhöhen und seine Leistung von 9.088 Kilometer auf 12.028 Kilometer ausbauen. Damit haben die Sauerlacher 1.708 Kg CO2 gespart. Auch hier hofft natürlich die Gemeinde auf zahlreiche fleißige Mitradler, damit die Zahlen weiter so steigen. In Unterhaching freut man sich ebenfalls schon auf die Aktion. »Ein Großteil des innerörtlichen Verkehrs stammt von den Unterhachingern selber, da ist es absolut wünschenswert, dass viele Bürger angeregt durch die Aktion ihre Autos stehen lassen und statt dessen aufs Rad umsteigen«, so Bürgermeister Wolfgang Panzer. Der geht mit gutem Beispiel voran und nutzt, wenn es das Wetter und die Entfernung zulassen, das Dienstrad. Für die Belegschaft des Rathauses, so verrät er, wurden gerade noch zwei weitere Pedelecs angeschafft, damit die Rathausmitarbeiter ebenfalls öfter das Zweirad für Dienstwege benutzen. Die Gemeinde Unterhaching belohnt besonders fleißige Radler im Rahmen der Aktion Stadtradeln zudem mit Urkunden. Im vergangenen Jahr nahmen in Unterhaching 339 Radler teil, die unglaubliche 72.303 Kilometer zurücklegten. Allein 12 Mitglieder des Gemeinderates waren an der Aktion beteiligt. 10.267 Kg CO2 wurden so eingespart. »Uns geht es weniger darum, bei diesem Wettbewerb gut abzuschneiden, als vielmehr darum, die Leute von der Couch zu locken und zum Radfahren zu animieren«, betont der Unterhachinger Rathauschef. Um den Bürgern das Rad dauerhaft schmackhafter zu machen, wurde jetzt mit der MVG ein neuer Vertrag abgeschlossen. Ab kommenden Frühjahr wird das Angebot der MVG-Räder auch in Unterhaching gelten und es werden dort Abhol- und Bringstellen eingerichtet. Bis es soweit ist, kann man die kommenden drei Aktionswochen erst einmal zum Meilensammeln nutzen. Anmelden kann man sich jeweils online oder in den Rathäusern.

Artikel vom 14.06.2017
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