Am Mittwoch, 5. April, war offizieller Baustart am Marienhof

Die zweite Stammstrecke wird Realität

Klaus-Dieter Josel, Richard Lutz, Alexander Dobrindt, Horst Seehofer, Ronald Pofalla, Joachim Herrmann und Dieter Reiter drücken den symbolischen Startknopf.   Foto: cr

Klaus-Dieter Josel, Richard Lutz, Alexander Dobrindt, Horst Seehofer, Ronald Pofalla, Joachim Herrmann und Dieter Reiter drücken den symbolischen Startknopf. Foto: cr

München · Alle waren sie da: Ministerpräsident Horst Seehofer, Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der neue Bahnchef Richard Lutz, natürlich Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und nicht zuletzt Ronald Pofalla, Bahnvorstand Infrastruktur, der als Gastgeber die »Zeremonie« leitete. Sie alle drückten am Mittwoch, 5. April, um 15.44 Uhr den symbolischen roten Knopf drückten. Damit haben die Bauarbeiten an der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München offiziell begonnen.

Mit großen Worten läuteten sie den Beginn eines Megaprojekts in der Verkehrsinfrastruktur Bayerns ein. Und es gab keine Widerworte, jedenfalls nicht im Zelt auf dem Marienhof. Mehrere Staatsminister, darunter Joachim Herrmann, Ilse Aigner, Marcel Huber, Ludwig Spaenle begleiteten die Veranstaltung, Abgeordnete aus Landtag und Bundestag waren dabei, zahlreiche Kommunalvertreter aus dem Münchner Umland sowie die beiden Alt-OBs Hans-Jochen Vogel und Christian Ude.

Zwei Drittel des gesamten Öffentlichen Personennahverkehrs auf bayerischen Schienen wird täglich im Großraum München abgewickelt, wusste Seehofer zu berichten. Mit der Bevölkerung in Bayern und in München müsse die Infrastruktur wachsen und deshalb sei die Entscheidung für die zweite S-Bahn-Stammstrecke, die sich die Politiker keineswegs leicht gemacht hätten, die richtige Entscheidung.

Seehofer wandte sich auch an die Kritiker und Gegner des Bauprojekts, die bei der Veranstaltung der Deutschen Bahn nicht angetroffen wurden. Er warb um Verständnis dafür, dass der Nutzen für das Gemeinwohl über dem Nutzen des Einzelnen steht und dass Politik deshalb unpopuläre Entscheidungen treffen müsse.

Im Zelt erhielt der Ministerpräsident keine Widerworte, wohl aber auf dem Marienplatz hatten sich die Gegner des Projekts formiert und machten lautstark ihrem Ärger Luft – nicht ihrem Ärger darüber, jetzt jahrelang mit einer Mega-Baustelle leben zu müssen, sondern darüber, dass das Projekt unwirtschaftlich und schlicht unsinnig sei, wie sie erläuterten. Fünfzig bis hundert Zuhörer applaudierten ihnen, während zeitgleich hinter dem Rathaus mit dem Baustart auch das neue Infozentrum zu den Bauarbeiten eröffnet wurde.

Artikel vom 05.04.2017
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