2. Stammstrecke: Finanzierung steht

München · Bund und Freistaat einigen sich auf Kostenverteilung

München · Wie die bayerische Staatskanzlei am Dienstagnachmittag mitteilte, haben sich der Freistaat und der Bund auf eine Realisierungsvereinbarung zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke in München geeinigt.

Die Vereinbarung sieht vor, dass der Bund die förderfähigen Baukosten in Höhe von 60 Prozent trägt. Nach aktuellen Planungen der Deutschen Bahn ist von einer gut neunjährigen Bauzeit auszugehen. Damit könnte die zweite Stammstrecke im Jahr 2026 in Betrieb gehen.

Die Einigung wurde überwiegend positiv aufgenommen, allen voran von den beteiligten Politikern. Horst Seehofer hat das Projekt als »Quantensprung für den öffentlichen Personennahverkehr in Bayern« bezeichnet. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) erklärte, »die zweite Stammstrecke bedeutet für die Region, für die Pendler und die Besucher einen gewaltigen Mobilitätsfortschritt«. Auch die Münchner SPD begrüßt die Einigung und die zweite Stammstrecke selbst als »Meilenstein für den ÖPNV«. Die bayerische Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) warnte im Hinblick auf Kostensteigerungen: »Weitere Zeitverzögerungen können wir uns nicht mehr leisten.«

Politik und Wirtschaft begrüßen die Realisierungsvereinbarung

Auch die Interessenvertreter der regionalen Wirtschaft haben sich positiv über die Vereinbarung geäußert. Die IHK München bewertet das Projekt als wichtigstes Bauvorhaben im Nahverkehr im ganzen Freistaat und betont die überregionale Bedeutung. Die Handwerkskammer für München und Oberbayern weist darauf hin, dass bereits viel Zeit verloren gegangen sei: »München ist auf die zweite S-Bahn-Stammstrecke dringend angewiesen«, betont Handwerkskammerpräsident Franz Xaver Peteranderl. Die HWK begrüße daher die Einigung des Freistaates und des Bundes zum Bau dieser zweiten Hauptschlagader für den ÖPNV in der Landeshauptstadt. Jetzt müsse der Beschluss auch sofort umgesetzt werden.

Im Münchner Umland wird die Einigung ebenfalls gelobt. So erklärte die bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU), gleichzeitig Abgeordnete für den Kreis Erding: »Eines ist für die Region entscheidend: Durch die zweite Stammstrecke werden andere dringend benötigte Infrastrukturprojekte, wie beispielsweise der S-Bahn-Ringschluss (zwischen Erding und Flughafen, die Red.), nicht benachteiligt.«

Kritik kommt vom Verein der Bürgerinitiative Haidhausen S-Bahn-Ausbau. So erklären Ingeborg Michelfeit und Dr. Walter Heldmann: »Die Milliarden für einen Innenstadt-Tieftunnel sind nicht gut investiert. Die Vertragsunterzeichnung von Bund und Land zur Finanzierung des geplanten parallel verlaufenden zweiten Stammstreckentunnels ist eine für die Bauwirtschaft gewinnbringende Entscheidung, aber ohne wirtschaftlichen und kaum verkehrlichen Nutzen.

Artikel vom 27.10.2016
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