Ruth Hohenadl (FDP Die Liberalen)

Ruth Hohenadl: Ich bin jetzt 53 Jahre alt und seit beinahe elf Jahren in der FDP. Somit bin ich eine politische »Spätzünderin«. Immerhin: als in mir das Bedürfnis erwachte, mich zu engagieren, bin ich gleich der Partei beigetreten, die als einzige zu mir passt – denn Liberalität ist ein Geisteshaltung.

Nutzen Sie Ihre Chance auf Mitbestimmung

Mein erster politischer Schwerpunkt wurde die Außen- und Sicherheitspolitik, wobei für mich die Europapolitik einen besonderen Stellenwert besitzt. Die unglaubliche Friedensleistung, welche Europa nach Jahrhunderten des Krieges und der Feindschaft in den letzten 70 Jahren erbracht hat, wurde zu Recht 2012 mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt. Längst ist die EU weit mehr als eine Wirtschaftsunion, und das ist gut so. Wir müssen neue Wege der Zusammenarbeit beschreiten und unsere Kräfte noch stärker bündeln, wenn wir die Herausforderungen der Zukunft meistern wollen. Neue Spieler sind auf der internationalen politischen Bühne aufgetaucht und melden ihre Ansprüche an. Wir sind in jeder Hinsicht aufeinander angewiesen, wenn wir unser Wertesystem und unseren Wohlstand erhalten wollen. Auch unsere Energieversorgung können wir langfristig nur gemeinsam regeln. Ich möchte vom Bundestag aus den Weg der europäischen Vertiefung mitgestalten, denn gerade aus den Nationalparlamenten kommt oft der stärkste Widerstand gegen eine Intensivierung der Zusammenarbeit.

Aber auch hier vor Ort in Deutschland gibt es eine Menge zu tun. Die demographischen Veränderungen stellen uns vor große Probleme. Deutschland wird älter – und die Menschen selbst werden es ebenfalls. Sie müssen in Würde alt werden können, ohne dass unsere Sozialsysteme ausbluten. Wir brauchen tragfähige Lösungen für die Vorsorge und mehr Menschen in Pflegeberufen, die ein weit höheres Sozialprestige verdienen, als sie derzeit besitzen. Imagekampagnen, eine noch stärker differenzierte Ausbildung und die gezielte Förderung des Ehrenamts weit über den Bundesfreiwilligendienst hinaus sind wichtige Schritte in die richtige Richtung. Im Bauwesen muss Barrierefreiheit endlich oberstes Gebot werden. Ich strebe eine Gesellschaft an, die sich zur Verantwortung füreinander bekennt, bevor sie nach staatlichen Leistungen fragt. Ein weiter Weg – aber mit einem lohnenden Ziel.

Artikel vom 17.09.2013
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