Thomas Pfeiffer (Bündnis 90 Die Grünen)

Thomas Pfeiffer (Bündnis 90 Die Grünen)

Thomas Pfeiffer (Bündnis 90 Die Grünen)

Thomas Pfeiffer ist Medienpädagoge und arbeitete unter anderem im Jugendtreff am Wettersteinplatz als Betreuer. Er schreibt Bücher über den Digitalen Wandel, z.B. den Elternratgeber »Mein Kind ist bei Facebook«. Aus Begeisterung über ein Buch des grünen Vordenkers Robert Habeck »Patriotismus – Ein linkes Plädoyer« trat er den Grünen bei.

Nutzen Sie Ihre Chance auf Mitbestimmung

Herr Pfeiffer, Sie möchten für die Freiheit und die Mündigkeit der Wählerinnen und Wähler kämpfen. Leben wir nicht in einer freien und mündigen Gesellschaft?

Mich beunruhigen die Enthüllungen im Zuge der NSA-Affäre sehr. Wenn unsere Telefonate, E-Mails und Suchanfragen überwacht werden, mache ich mir um unsere Freiheit Sorgen. Und Mündigkeit bedeutet, dass man zwischen unterschiedliche Alternativen wählen kann. Diese Wahlmöglichkeiten hat man aber nicht mehr, wenn Mieten unbezahlbar sind und man vom Lohn der eigenen Arbeit nicht mehr leben kann.

Was wollen Sie dagegen unternehmen?

In München ist bezahlbarer Wohnraum knapp, deshalb brauchen wir eine Mietpreisbremse. Ich halte den Verkauf der GBW-Wohnungen im Hans-Mielich-Carree für falsch. Wenn immer mehr Mieter aus Giesing vertrieben werden, hat das nichts mit Mündigkeit oder Freiheit zu tun. Sanierung und Modernisierung ja, aber nicht um jeden Preis.

Ist man auf dem Land freier, weil Wohnen dort billiger ist?

Das glaube ich nicht. Freiheit und Mündigkeit setzen voraus, dass die Grund- bedürfnisse erfüllt sind: Wohnen, Arbeiten, eine Familie, die man ernähren kann. Auch Privatsphäre ist ein Grundbedürfnis, aber die ist derzeit bedroht.

Von wem?

Sowohl von Geheimdiensten also auch von privaten Firmen wie Google und Facebook. Wir kaufen online ein, googlen das Wetter am Gardasee und chatten mit unseren Freunden. Unsere Datenspuren im Netz verraten intimste Details über uns. Die müssen wir wirksam schützen.

Wie sieht starker Datenschutz aus?

Mehr Transparenz: Alle Informationen, die eine Firma über mich gesammelt hat, muss sie mir auf Anfrage zugänglich machen. Und wenn ich das möchte, muss sie sie löschen. Und ich als Pädagoge fordere: die Einstellungen zur Privatsphäre müssen von Haus aus sehr eng sein. Nur wer sich auskennt, sollte sie ändern dürfen. Wir brauchen mehr Datenschutzgebiete.

Artikel vom 11.09.2013
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