In der Ganztagsklasse 4a ist Schach heuer ein reguläres Schulfach, das wie Mathe und HSU jeden Dienstag um 14.30 Uhr auf dem Stundenplan steht.
Schach macht Spaß, Schach macht stark, Schach macht schlau: mit diesem Motto begleitet die Schachakademie München die Oberschleißheimer Initiative und organisiert und finanziert im Startjahr auch den Schulunterricht. Der ziele auf eine Verbesserung des Konzentrationsvermögens, Stärkung des Verantwortungsgefühls und Selbstvertrauens sowie der Sozialkompetenz, schildert Dijanga Dengler von der Schachakademie.
Die Kinder sollen dabei auf spielerischem Weg grundlegende Denkstrukturen und Problemlösekompetenz erlernen. Unterrichtsauftakt bildet immer eine Art Rollenspiel, in dem sich die Kinder in die Rolle der einzelnen Schachfiguren versetzen. Parallel dazu wird die entsprechende Stellung auf einem Demobrett aufgebaut. So tauchen sie körperlich und geistig ganz in die Schachwelt ein und schaffen starke Assoziationen, erläutert die Schach-Lehrerin, es geht dabei nicht nur um eine Gedächtnisleistung, sondern Strukturen werden erkannt und das visuelle Vorstellungsvermögen wird gefördert.
Entsprechend bekamen jetzt die Kinder am 6. Dezember nicht Besuch vom Nikolaus sondern von einem richtigen Springer vom Schachfeld. Rudi, das Schachpferd kam mit einem großen Sack und bescherte die 20 Kinder der Schachklasse mit einer kompletten Schachausrüstung aus Rollbrett, Figuren und dem »Schachbuch für Kinder« von Schachgroßmeister Stefan Kindermann.
»Rudi«, unter der roten Maske Gemeinderätin Ingrid Lindbüchl, die Patin des Schachprojekts, wollte ja auch sooo gerne Schach spielen, kann sich aber die einfachsten Züge nicht merken und wurde dann von den Kindern belehrt, die nach zwei Monaten schon ganz schön fit sind. Selbst Rektorin Rosalie Kapser besucht oft aus Interesse den Schachunterricht der 4a, bekannte sie.
Der Schachunterricht ist ein Gemeinschaftsprojekt der Projektgruppe Kinder und Jugend der Lokalen Agenda mit der Schachakademie München. Die Kosten für ein Jahr beinhalteten auch die Ausrüstung für die 20 Kinder. Die Kinder können nun ihre Schachausrüstung leicht überallhin mitnehmen, um ihrer neuen Freizeitbeschäftigung nachzugehen. Sie können etwas, das Mama und Papa vielleicht nicht können und sind auch mal in der starken Position der Wissensvermittlung, schildert Lindbüchl.
Der Unterricht begeistere die Kinder bisher, berichtet sie. So sei die Aktion eine gute Investition im Rahmen der Bildungsoffensive für das Sanierungsgebiet Parksiedlung.