Veröffentlicht am 20.12.2011 00:00

Oberschleißheim · „Mia ghörn zam“

„Mia ghörn zam“, stand auf einem Lebkuchenherz, das alle Gäste, die der Einladung von Landrätin Johanna Rumschöttel zum ersten Empfang für Eingebürgerte im Landkreis gefolgt sind, am Ende des Abends in Händen hielten.

In Deutschland zuhause fühlten sich die meisten schon lange. Nicht zuletzt darum haben sie sich auch gewünscht, einen deutschen Pass zu besitzen. Rund 150 in den vergangenen Monaten neu Eingebürgerte kamen Mitte Oktober ins Unterföhringer Bürgerhaus, um ganz offiziell als neue deutsche Staatsbürger willkommen geheißen zu werden. „Wer die Einbürgerung beantragt, trifft eine bewusste und wohlüberlegte Entscheidung. Denn eine Staatsangehörigkeit wechselt man nicht wie ein Hemd. Es ist das Ergebnis einer Lebensentscheidung.“, stellte Landrätin Johanna Rumschöttel in ihrer Ansprache fest.

Mit der Einbürgerung haben sich die Anwesenden nicht nur zur Bundesrepublik Deutschland bekannt, sie haben auch gezeigt, dass sie sich mit Deutschland und seinem politischen und gesellschaftlichen System identifizieren. Dafür haben sie viele Anstrengungen und Mühen auf sich genommen.

Nicht zuletzt mussten sie einen Einbürgerungstest samt Nachweis guter Kenntnisse der deutschen Sprache absolvieren. Beim Blick in die Runde der sich angeregt unterhaltenden Gäste hat sich der Eindruck schnell verfestigt, dass sich die „neuen Deutschen“ in ihrer Umgebung wohl fühlen und im Landkreis München eine neue Heimat gefunden haben – das Wunschziel aller Integrationsbemühungen.

Dass es vielfach Frauen sind, die die Integration vorantreiben, ist nicht nur eine wissenschaftliche Erkenntnis, auch die praktischen Erfahrungen mit Integrationsprojekten im Landkreis München können das belegen. Und auch in den Zahlen der Einbürgerungen spiegelt sich dies wider: 62 % der in den letzten elf Monaten im Landkreis München Eingebürgerten waren Frauen und Mädchen. Insgesamt haben zwischen November des Vorjahres und September dieses Jahres 317 Bürgerinnen und Bürger im Landkreis München die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Die meisten Einbürgerungsbewerber waren dabei rumänische, türkische, ukrainische, afghanische, bulgarische und bosnisch-herzegowinische Staatsangehörige. Insgesamt kamen die Bewerber aus 62 Staaten.

Eines stand dann auch schon am Ende des stimmungsvollen Abends fest: Im nächsten Jahr wird es wieder einen solchen Empfang geben.

north