Der Münchner Schnell-Lese-Verein feiert seinen ersten Geburtstag. Acht Personen haben im Januar 2010 die Deutsche Gesellschaft für Schnell-Lesen gegründet. Der Verein ist nun auf 41 Mitglieder angewachsen, darunter sind viele normale Leser und einige Schnell-Leser. Als Schnell-Leser gilt, wer schneller als 600 wpm (Wörter pro Minute) lesen und trotzdem das Gelesene verstehen kann.
Zum Vergleich: Die durchschnittliche Lesegeschwindigkeit beträgt ca. 200 bis 250 wpm. Weniger als ein Prozent der Leser sind schneller als 500 wpm. Besonders interessant sind die sogenannten natürlichen Schnell-Leser. Das sind Personen, die mit sehr hohen Geschwindigkeiten lesen können, ohne jemals einen Schnell-Lese-Kurs besucht zu haben. Schnell-Leser Peter Rösler: Wir kennen bis jetzt nur zwei bis drei deutschsprachige natürliche Schnell-Leser. Diese Begabung ist selten, aber es müsste in Deutschland einige Tausend von ihnen geben. Das Problem hierbei ist: Die meisten wissen nichts von ihrem Talent und melden sich daher nicht.
Moritz Thiele, Student aus Baldham, hat mit Stoppuhr und Videokamera zwei natürliche Schnell-Leser untersucht und die Ergebnisse in einer Facharbeit veröffentlicht. Evelyn Wood, die das Thema in den 50er-Jahren populär machte, hatte damals in den USA über 50 natürliche Schnell-Leser gefunden. Wir wollen auch möglichst viele natürliche Schnell-Leser finden und ihre Technik lernen, erklärt er sein Interesse.
Wer glaubt ein Schnell-Leser zu sein oder einen zu kennen, der ist herzlich eingeladen, mit der Deutschen Gesellschaft für Schnell-Lesen Kontakt aufzunehmen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.dgfsl.de .