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Lokales - 01.09.2010 Wochenanzeiger München: Südost-Kurier
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Giesing · Straßensanierung erstmal verschoben
Nur bustauglicher Belag kommt für Baureferat in Frage
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Giesing · Eigentlich freut man sich ja als Anlieger, wenn einem die Stadt die marode Straße saniert und dafür nicht einmal Geld haben will. In der Kiesmüller- und Waldsassener Straße in Obergiesing-Fasangarten freilich liegen die Dinge anders. Hier hat die Stadt angeboten, den holprigen und an vielen Stellen beschädigten Trassenuntergrund zu reparieren – doch der örtliche Bezirksausschuss lehnte das Ansinnen ab.
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Die Straßenbeläge im Fasangarten sind sanierungsbedürftig, um den Belag gibt es noch Diskussionen. Foto: Hettich |
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Langzeitbeobachter der Zustände vor Ort wissen wohl warum: Die beiden engen
Anliegerstraßen werden seit Jahren von großen Gelenkbussen der Linie 145
befahren – oder »heimgesucht«, wie ein Anwohner es im BA formulierte. Im
Stadtteilgremium befürchtete man, nach einer Sanierung und Instandsetzung
der Straßenzüge die ungeliebten Buslinien aus dem als Wendeschleife genutzten
Trassengeflecht gar nicht mehr heraus zu bekommen. Dadurch ist das Projekt
nun erst einmal »storniert« – eine künftige Sanierung fraglich. Stimmen:
Das Baureferat hat in der altbekannten Streitcausa rund um die Waldsassener-
und Kiesmüllerstraße eigens zwei verantwortiche Mitarbeiter in die letzte
BA-Sitzung entstandt. »Vor Ort besteht angesichts des maroden Zustands der
beiden Straßen dringend Handlungsbedarf«, unterstrich Planer Franz Michael
Ott die Haltung der Stadt. »Genau über den schlechten Zustand der beiden
Straßen gehen nämlich bei uns viele Beschwerden ein«, schilderte er. Ott
beschrieb den Zeitpunkt einer Sanierung als fällig und gerade sehr günstig
– so habe die Stadt von einer Fachfirma ein sehr günstiges »Komplettangebot
zu rund 150.000 Euro« bekommen. »Damit liegen wir rund 50 Prozent unter
den früheren Kalkulationen«, warb er für die Maßnahme, die für die Anwohner
zudem »kostenneutral« sei. Man wolle aber seitens der Stadt nicht gegen
den Willen des Bezirksausschusses tätig werden. Doch genau hier liegt der
Hase im Pfeffer. Denn das Stadtteilgremium sprach sich einmütig gegen die
Maßnahme aus. »Wir können hier doch keiner Maßnahme zustimmen, die den Bussen
an ungeeigneter Stelle eine bessere Durchfahrt verschafft, die vom BA und
den Anwohnern nicht gewollt ist«, sprach Grünen-Mandatar Joachim Lorenz
aus, was seine Gremiumskollegen dachten. BA-Chef Horst Walter (SPD) ergänzte,
die Ablehnung sei keinesfalls gegen das Baureferat gerichtet. Jedoch unterstreiche
sie den Willen des Gremiums, die Busse künftig entlang des neu geschaffenen
Kreis(-el)-Verkehrs an der Kreuzung Fasangarten-/Minnewitstraße wenden zu
lassen. »Das ist die richtige Wendeschleife – nicht Kiesmüller- und Waldsassener
Straße!« so der BA-Tenor. Doch wegen zusätzlicher Kosten für einige hundert
Meter zusätzlichen Wegs und mit Verweis auf zu geringe Umlaufzeiten beharrt
bisher die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) auf der alten Trasse durch
die Wohnstraßen. Effekt: nun passiert wohl gar nichts – weder eine Sanierung
noch eine Routenänderung. »Streiten Sie doch weiter mit der MVG – aber auf
der Basis einer dann neuen Straßendecke«, warb Ott weiter für sein Sanierungsprojekt.
»Auch mit Blick auf die Verkehrssicherheit kann man darauf nicht verzichten!«
Doch für das Baureferat kommt im Falle einer Sanierung nur eine bustaugliche
Variante in Frage – und da stellte sich der BA quer. Er will nun eine Prüfung
der Regierung von Oberbayern durchsetzen. Ott legte deshalb die Linie des
Baureferates dar: ohne das BA »OK« werde heuer nichts passieren – »die Maßnahme
ist damit storniert«, so Ott. »Wie es nächstes Jahr aussieht, weiß heute
keiner«.
H. Hettich
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