Liebe Bürgerinnen und Bürger, in wenigen Tagen sind die »großen Ferien« zu Ende, das neue Schuljahr beginnt. Die Kleinen besuchen bereits wieder den Kindergarten oder die Krippe. Ich freue mich sehr, dass es uns auch heuer wieder gelungen ist, allen Kindern einen Platz im Kindergarten anzubieten.
Gemeinsam mit den Trägern unserer Kinderbetreuungseinrichtungen sind wir beim Runden Tisch überein gekommen, dass eine moderate Gebührenerhöhung für das kommende Jahr unumgänglich ist. Die Tariferhöhungen bei den Personalkosten und der höhere Anstellungsschlüssel haben dies erforderlich gemacht. Doch ich denke, dass wir eine für Träger und Eltern vertretbare Lösung gefunden haben.
Die Kinderkrippe wurde im Laufe des letzten Jahres erweitert, so dass dort künftig 30 Kinder betreut werden können. Zusammen mit den Tagesmüttern, die sehr flexibel auf die Wünsche von berufstätigen Eltern reagieren können, sind wir so auch bei der Betreuung der unter Dreijährigen sehr gut aufgestellt.
An dieser Stelle möchte ich mich bei den beiden Kirchen, der Arbeiterwohlfahrt und der Nachbarschaftshilfe bedanken, die seit langem die Kinderbetreuungseinrichtungen in Oberschleißheim tragen und sicherstellen, dass für jedes Kind eine pädagogisch hochwertige Betreuung angeboten werden kann.
Gerade das Bildungswesen ist ständig im Umbruch, beinahe jeden Monat werden neue Vorschläge gemacht, Modelle entwickelt, Ideen eingebracht und wieder verworfen. So wird es auch für die Schülerinnen und Schüler im Schuljahr 2010/11 wieder einige Neuerungen geben, über die ich Sie informieren möchte.
Die Ganztagsklassen an der Hauptschule laufen nun bereits seit einigen Jahren mit großem Erfolg. Die Schülerinnen und Schüler profitieren von den zusätzlich angebotenen Förderstunden, den sportlichen und kreativen Angeboten und lernen ganz nebenbei viel über Sozialverhalten und sinnvolle Freizeitbeschäftigung.
Die Diskussion über die Zukunft der Hauptschulen wird seit Jahren geführt. Gerade kleinere Schulen wie unsere Berglwald-Hauptschule müssen ums Überleben kämpfen. Doch inzwischen hat sich die Meinung durchgesetzt, dass wohnortnahe Schulen für alle Schülerinnen und Schüler gefördert und erhalten werden müssen. In Bayern wurde deshalb die sogenannte »Mittelschule« geschaffen. Durch Zusammenschluss mehrerer Schulen sollen die Schülerinnen und Schüler die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Zweigen erhalten. Die Berglwaldschule hat deshalb mit den Hauptschulen Unterschleißheim und Haimhausen eine Kooperationsvereinbarung geschlossen. Diese stellt sicher, dass die Schülerinnen und Schüler aus den drei Kommunen aus einem breiten Angebot wählen können. Im Mittelschulverbund gibt es gebundene und offene Ganztagsklassen, einen wirtschaftlichen, sozialen und technischen Zweig sowie Praxisklassen und die Möglichkeit, den mittleren Bildungsabschluss durch den M-Zweig zu machen.
Für unsere Hauptschüler wird sich vorerst allerdings wenig ändern: Jeder besucht weiterhin die Schule an seinem Wohnort, solange der gewünschte Zweig dort angeboten wird. Nur wenn dies nicht der Fall ist, kann eine der beiden anderen Schulen besucht werden.
Die nächsten Jahre werden zeigen, ob sich das Modell der Mittelschule bewähren wird.
Nach den positiven Erfahrungen an der Hauptschule wurde vom Gesetzgeber die Möglichkeit geschaffen, ab dem Schuljahr 2010/11 auch Ganztagsklassen an den Grundschulen anzubieten. Eine Umfrage bei den Eltern ergab, dass an beiden Grundschulen Bedarf besteht. Und so werden sich Lehrer, Schüler, Eltern und die Gemeinde als Sachaufwandsträger für jeweils eine Klasse auf diese Neuerung einlassen.
Nur mit viel Engagement seitens der Lehrer und der Schulleiterinnen sind solche Projekte umzusetzen. Deshalb freut es mich ganz besonders, dass jede Idee, die für die Kinder mehr Fördermöglichkeiten und damit Chancengleichheit bedeutet, von den Schulen begeistert und mit viel Elan aufgenommen wird.
Für die Gemeinde als Sachaufwandsträger der Schulen zieht die Bildung von Ganztagsklassen große finanzielle Belastungen nach sich. Für die Mittagsverpflegung der Schülerinnen und Schüler der Berglwaldschule wurde nachdem das provisorisch eingerichtete Klassenzimmer längst zu klein geworden war eine neue Mensa gebaut, die wir kurz vor den Ferien mit einer bunten fröhlichen Feier einweihen konnten. Dort können künftig bis zu 80 Kinder gleichzeitig mit Essen versorgt werden. Die neue Ganztagsklasse an der Schule Parksiedlung wird ihr Mittagessen in einem umgestalteten Klassenzimmer erhalten.
Die zunehmende Zahl an Ganztagsklassen hat wider Erwarten nicht dazu geführt, dass die Anmeldezahlen in den beiden gemeindlichen Kinderhorten zurückgegangen sind. Dies zeigt, dass eine stetig wachsende Zahl von Eltern für ihre Kinder auch am Nachmittag eine Betreuungsmöglichkeit sucht, da sie selbst berufstätig sein müssen oder wollen.
Der Kinderhort an der Schule Parksiedlung kann 75 Kinder aufnehmen, die dort ein warmes Mittagessen erhalten, Hausaufgaben machen und qualifizierte Freizeitangebote bekommen.
Der Hort an der Berglwaldschule war bisher für 50 Kinder genehmigt. Da die Anmeldungen diese Zahl weit überstiegen, wurde der Hort in den letzten Wochen umgebaut. Räume im Obergeschoss, die bisher von externen Pädagogen für besondere Förderangebote (z. B. bei Legasthenie oder Dyskalkulie) genutzt wurden, können jetzt als weiterer Gruppenraum dienen. Eine außenliegende Fluchttreppe war aus sicherheitsrechtlichen Gründen erforderlich. Mobiliar musste beschafft, ein Ausweichraum für die pädagogischen Förderprogramme gesucht und zusätzliches Personal eingestellt werden.
Die Suche nach Erziehern oder Erzieherinnen gestaltet sich in den letzten Jahren sehr schwierig. Immer weniger junge Menschen entscheiden sich für diesen anspruchsvollen, aber nicht besonders gut bezahlten Beruf. Gerade im Großraum München mit seinen hohen Lebenshaltungskosten ist es beinahe unmöglich, Bewerber zu finden.
Deshalb freue ich mich besonders, dass es uns in der Kürze der Zeit gelungen ist, die Mittel für die Horterweiterung bereit zu stellen, die Planungen und die Bauarbeiten zügig abzuschließen und das erforderliche Personal einzustellen. Auf diese Weise ist es uns gelungen, alle Kinder, deren Eltern berufstätig sind, im Hort unterzubringen.
Die nächsten Jahre werden sicher noch etliche Neuerungen bringen, die zu bewältigen sind. Die gesellschaftlichen Veränderungen machen sich in den Schulen bemerkbar. Durch frühzeitige Förderung sei es im Elternhaus, in der Krippe, dem Kindergarten oder der Schule lassen sich viele spätere Probleme vermeiden. Deshalb ist es mein besonderes Anliegen, eine wirklich gute Kinderbetreuung in Oberschleißheim im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten der Gemeinde sicherzustellen.